Börse aktuell: Generac, SpaceX, Nike im Fokus
Börse aktuell: Generac springt 30 % dank Amazon-Milliardendeal, SpaceX bleibt gefragt, Nike erhält Verstärkung. Dazu DAX-Gewinner und Fed-Zinserhöhung im Überblick.
Dieses Video wurde am 17.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Börse aktuell zeigt sich nach den Verlusten vom Vortag erholt: Sowohl die Wall Street als auch der DAX drehen ins Plus, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve unter dem neuen Fed-Chef Kevin Walsh die Zinsen wie erwartet angehoben hat. Das wegfallende Unsicherheitsmoment gibt den Märkten Auftrieb. Der DAX notiert rund 0,9 Prozent im Plus und klettert zurück über die Marke von 25.700 Punkten. Parallel dazu bewegen sich die Ölpreise leicht zurück, bleiben mit über 100 US-Dollar je Barrel aber auf erhöhtem Niveau.
Fed-Zinserhöhung und Marktreaktion
Die gestrigen Verluste an der Wall Street wurden von manchen Marktteilnehmern voreilig als Ausverkauf gewertet – tatsächlich handelte es sich um ein Minus von knapp über einem Prozent. Die Gegenbewegung folgte prompt. Im Mittelpunkt steht die Federal Reserve, die unter Kevin Walsh einen klaren Kurs in Richtung Inflationsbekämpfung signalisiert. Walsh betonte, dass die Rückführung der Inflation sein primäres Ziel bleibt.
US-Präsident Donald Trump, bekennender Fan niedriger Zinsen, soll über den Zinsschritt verärgert sein. Er bevorzugt ein Zinsniveau von rund einem Prozent – ein Wunsch, den die unabhängige Notenbank nicht teilt. Die Trennung zwischen politischem Willen und geldpolitischer Realität tritt damit erneut deutlich zutage.
Auch der Ölpreis beschäftigt die Märkte: Nordseeöl (Brent) kostete zuletzt noch rund 109 US-Dollar je Barrel – knapp 20 Prozent mehr als vor einem Monat. Eine teilweise Wiederinbetriebnahme einer beschädigten Pipeline in Saudi-Arabien sorgte für leichte Entspannung, der Preisdruck bleibt jedoch bestehen.
Generac mit Kurssprung dank Amazon-Auftrag
Generac ist der spektakulärste Einzelwert des Tages. Der Hersteller von Notstromsystemen verzeichnet vorbörslich ein Plus von rund 30 Prozent, nachdem Amazon einen Großauftrag zur Backup-Stromversorgung seiner Rechenzentren platziert hat.
- Auftragsvolumen: rund 2,5 Milliarden US-Dollar für die Jahre 2027 und 2028
- Amazon erhält zusätzlich das Recht, Generac-Aktien im Wert von rund 340 Millionen US-Dollar zu zeichnen
- Der Deal unterstreicht den wachsenden Energiebedarf der KI-Infrastruktur
Der Auftrag verdeutlicht, wie stark der Boom rund um künstliche Intelligenz und Rechenzentren inzwischen auch klassische Industrieunternehmen begünstigt.
SpaceX, ARM Holdings und der KI-Rückenwind
SpaceX bleibt nach dem Ende der Lock-Up-Periode gefragt. Investorin Cathie Wood hat Prognosen von Elon Musk zu potenziellen Unternehmensbewertungen aufgegriffen und den möglichen Börsengang als attraktiv bewertet. Auch wenn solche Einschätzungen mit Vorsicht zu genießen sind, sorgen sie für positive Stimmung und stützen den Kurs.
Bei ARM Holdings meldete sich der CEO in einem CNBC-Interview zu Wort und erklärte, dass das Unternehmen die hohe Nachfrage nach Datencenter-Chips mittlerweile deutlich besser bedienen könne als zuvor. Verbesserte Lieferfähigkeit bedeutet mehr Planungssicherheit bei Umsätzen und Gewinnen – die Aktie reagierte vorbörslich positiv.
Im Bereich Cybersicherheit bleiben Werte wie CrowdStrike und andere Anbieter strukturell interessant. Die wachsende Bedrohungslage durch unkontrollierte KI-Systeme und veraltete IT-Infrastrukturen – etwa bei öffentlichen Institutionen – sorgt für anhaltend hohe Nachfrage nach Sicherheitslösungen.
Nike, Nokia und DAX-Ausreißer Bilfinger
Nike bekommt Unterstützung: Alexandre Arnault, stellvertretender CEO von LVMH, soll künftig beratend tätig sein. Seine Luxusmarken-Expertise könnte helfen, die Positionierung der Marke zu schärfen. Der Konzern kämpft weiterhin mit Problemen im Direct-to-Consumer-Geschäft und dem angespannten Verhältnis zu Einzelhandelspartnern, denen man lange die kalte Schulter zeigte.
Bei Nokia gibt ein neuer Rüstungsvertrag im Bereich Kommunikationslösungen dem Kurs leichten Auftrieb von zwei bis drei Prozent. Technisch wichtig: Die 200-Tage-Linie hat als Unterstützung gehalten, die Aktie könnte nun die Marke von 10 Euro anvisieren.
Größter Verlierer im MDAX ist Bilfinger: Der Industriedienstleister senkte seine Jahresziele wegen geringerer Auslastung im zweiten Halbjahr. Analysten rechnen mit bis zu 20 Prozent weniger beim bereinigten operativen Ergebnis – die Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren.
Insgesamt zeigt sich der Markt stabil: Die Zinserhöhung der Fed ist verdaut, KI-getriebene Werte sind gefragt, und Einzelereignisse wie der Generac-Deal erinnern daran, wie breit der Technologieboom inzwischen in die Realwirtschaft ausstrahlt. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob die Erholung nachhaltig ist.
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