Friday, 18. September 2026
AfD

Merz und die Vertrauenskrise: Fleischhauer rechnet ab

Kolumnist Jan Fleischhauer analysiert die Friedrich Merz Vertrauenskrise: 86 % der Deutschen haben den Glauben an die Regierung verloren. Was das bedeutet.

Redaktion · 17. September 2026, 16:31 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 17.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Friedrich Merz Vertrauenskrise spitzt sich zu: Laut aktuellen Umfragen halten nur noch 14 Prozent der Deutschen das Land für gut regiert – 86 Prozent haben das Vertrauen in die Bundesregierung verloren. Kolumnist Jan Fleischhauer analysiert in einem WELT-Gespräch schonungslos, was hinter diesen Zahlen steckt, welche Rolle Markus Söder bei der Unterstützung des Kanzlers spielt und ob Merz nach einem möglichen schlechten Wahlsonntag seinen Rücktritt einreichen könnte.

Söder und die Frage der Verlässlichkeit

Auslöser des Gesprächs ist ein Brief der Ministerpräsidenten, den Bayerns Regierungschef Markus Söder zunächst nicht unterzeichnete, um dann doch seine Unterstützung für den Kanzler zu signalisieren. Fleischhauer bewertet diese Geste mit spürbarer Skepsis: Söders Ehrenerklärungen hätten in der Vergangenheit stets nur eine begrenzte Halbwertszeit besessen.

Die Einschätzung lautet klar: Söder pokere möglicherweise weiterhin im Hintergrund. Eine verlässliche Rückendeckung für Merz sieht Fleischhauer in dem Brief nicht – zumindest nicht über den nächsten Wahlsonntag hinaus.

Rekordpreise an der Zapfsäule – ein Ablenkungsmanöver?

Parallel zur Debatte über innerparteiliche Loyalitäten versucht die Bundesregierung, mit angekündigten Entlastungen bei den Spritpreisen Punkte zu sammeln. Die Preise an den Zapfsäulen haben Rekordniveaus erreicht und belasten vor allem Pendlerinnen und Pendler spürbar.

Fleischhauer hält diesen Ansatz jedoch für politisch wirkungslos – zumindest kurzfristig:

  • Die versprochenen Entlastungen kommen nicht mehr vor dem Wahlsonntag an.
  • Die eigentliche Vertrauenskrise reiche weit tiefer als die Frage des Benzinpreises.
  • 86 Prozent der Befragten sehen das Land nicht in guter Hand – das lasse sich nicht mit kurzfristigen Ankündigungen kitten.
  • Nur 14 Prozent der Deutschen beurteilen die aktuelle Regierungsführung positiv.

„Da ist etwas ganz Grundsätzliches kaputtgegangen”, so Fleischhauers Diagnose – und er zweifelt offen daran, dass es reparierbar ist.

Merz als Garant der alten Bundesrepublik

Trotz aller Kritik attestiert Fleischhauer dem Kanzler eine bemerkenswerte psychische Belastbarkeit. Wer täglich vernichtende Urteile in der Presse lese und schlechte Umfragewerte verarbeite, brauche ein stabiles Nervenkostüm – Merz scheine dieses zu besitzen, auch wenn seine zerfurchte Stirn gelegentlich anderes vermuten lasse.

Entscheidender ist jedoch Fleischhauers politische Einordnung: Merz verstehe sich selbst als letzten Hüter der alten Bundesrepublik – als denjenigen, der verhindert, dass die AfD als revolutionäre Kraft Regierungsverantwortung übernimmt oder auch nur in die parlamentarische Zusammenarbeit einbezogen wird. Dieses Selbstbild gebe ihm eine Mission und damit auch Durchhaltekraft.

Innerhalb der CDU mehren sich jedoch Stimmen, die eine pragmatischere Haltung gegenüber der AfD fordern. Besonders aufsehenerregend: Kara von Natusius von der Jungen Union, immerhin Vorstandsmitglied, plädierte öffentlich dafür, das Gespräch mit der AfD zu suchen – und blieb dabei weitgehend ohne Widerspruch aus der Partei.

Rücktritt nach schlechtem Wahlergebnis? Fleischhauer glaubt es nicht

Auf die Frage, ob Merz bei einem schlechten Wahlergebnis seinen Hut nehmen könnte, gibt Fleischhauer eine klare Antwort: eher nicht. Als Journalist sei man im Beobachtungs-, nicht im Prognosegeschäft – dennoch sprächen die Indizien gegen einen freiwilligen Abgang.

Merz sehe sich als unverzichtbaren Gegenpart zu denjenigen in der Union, die eine Öffnung gegenüber der AfD anstreben. Solange er diese Rolle für sich beanspruche, dürfte er kaum freiwillig das Feld räumen. Ob dieses Selbstbild als Bollwerk der Demokratie auch nach einem schwachen Wahlsonntag trägt, bleibt die offene Frage – und wird die innenpolitische Debatte in den kommenden Wochen prägen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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