Friday, 18. September 2026
Bankenkonto

Bundesbank kündigt 21.000 Personalkonten

Die Bundesbank beendet ein jahrzehntelanges Privileg: 21.000 kostenlose Personalkonten werden gekündigt – ein Gerichtsurteil und Modernisierungskosten gaben den Ausschlag.

Redaktion · 13. August 2026, 14:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 13.08.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Deutsche Bundesbank schafft eines ihrer ältesten Mitarbeitervorteile ab: Rund 21.000 Beschäftigte verlieren ihr kostenloses Personalkonto inklusive Wertpapierdepot. Der Vorstand hat entschieden, die Konten schrittweise zu kündigen – ein Schritt, der jahrzehntelange Tradition beendet und viele Betroffene vor eine sehr persönliche Herausforderung stellt. Ausgelöst wurde die Entscheidung durch ein erfolgreiches Gerichtsverfahren einer Mitarbeiterin sowie durch den enormen Investitionsbedarf, den eine Modernisierung der veralteten Kontoinfrastruktur erfordern würde.

Jahrzehntelange Tradition: Das Bundesbank Personalkonto als Mitarbeiterprivileg

Das Personalkonto war bei der Bundesbank über Jahrzehnte hinweg ein fester Bestandteil des Beschäftigungsverhältnisses. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – egal ob sie in der Bankenaufsicht in Frankfurt tätig waren oder als Kassenkraft in einer Filiale am Schalter arbeiteten – konnten das Konto kostenfrei und auf Lebenszeit nutzen.

Dazu kam ein kostenloses Wertpapierdepot, das den Beschäftigten auch nach dem Renteneintritt erhalten blieb. Für viele war dieses Konto das einzige Girokonto, das sie je besessen haben – eine Selbstverständlichkeit, die nun wegfällt.

In der Vergangenheit war die Kontoführung bei der Bundesbank sogar verpflichtend. Erst mit der Zeit wurde diese Pflicht gelockert, das Angebot blieb jedoch als freiwilliger Vorteil bestehen und wurde von einem Großteil der Belegschaft genutzt.

Gerichtsurteil als Wendepunkt

Den entscheidenden Anstoß für die Abschaffung gab eine Klage einer Bundesbank-Mitarbeiterin. Sie wollte kein Personalkonto bei ihrem Arbeitgeber führen und klagte erfolgreich dagegen. Das Urteil hatte unmittelbare Folgen: Die Zahl der Neueinsteiger, die freiwillig ein Konto bei der Bundesbank eröffneten, ging daraufhin deutlich zurück.

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel bezeichnete das Gerichtsverfahren als einen wesentlichen Auslöser, das Thema grundsätzlich neu zu bewerten. Die Klage machte deutlich, dass das Personalkonto als Instrument nicht mehr zeitgemäß war – weder rechtlich noch organisatorisch.

Die Entscheidung des Vorstands, alle bestehenden Konten schrittweise zu kündigen, ist damit auch eine Reaktion auf veränderte rechtliche Rahmenbedingungen innerhalb des eigenen Hauses.

Veraltete Technik und hohe Modernisierungskosten

Ein weiterer zentraler Grund für die Schließung ist der technische Zustand der Kontoinfrastruktur. Die Personalkonten gelten intern als veraltet – modernes Online-Banking per App ist beispielsweise nicht verfügbar, ein Standard, den Beschäftigte aus dem Alltag längst gewohnt sind.

Wollte die Bundesbank die Konten auf den aktuellen Stand bringen, kämen laut Präsident Nagel Investitionen im zweistelligen Millionenbereich auf die Institution zu. Angesichts sinkender Nutzerzahlen und des bereits gewandelten Interesses der Belegschaft erschien diese Investition nicht mehr wirtschaftlich vertretbar.

  • Kein Online-Banking per App für Personalkonten verfügbar
  • Modernisierungskosten im zweistelligen Millionenbereich
  • Rückgang der freiwilligen Kontoeröffnungen nach dem Gerichtsurteil
  • Schrittweise Kündigung aller rund 21.000 betroffenen Konten und Depots

Bittere Konsequenzen für Beschäftigte und Rentner

Für viele Betroffene ist die Entscheidung mehr als eine administrative Änderung – sie ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Einige Beschäftigte haben noch nie ein Konto bei einer anderen Bank geführt und müssen sich nun erstmals im Markt der Privatbanken und Direktbanken orientieren.

Besonders betroffen sind ehemalige Beschäftigte, die bereits im Ruhestand sind. Auch sie verlieren ihre Konten und müssen sich – teils in fortgeschrittenem Alter – eine neue Bankverbindung suchen. Das stellt für viele eine ungewohnte Herausforderung dar.

Die Bundesbank steht damit vor der Aufgabe, den Übergang für alle Betroffenen so reibungslos wie möglich zu gestalten. Wie und in welchem Zeitraum die Konten konkret geschlossen werden, dürfte Gegenstand weiterer interner Absprachen und möglicherweise auch gewerkschaftlicher Verhandlungen sein. Die Abschaffung markiert das Ende eines Kapitels, das die Bundesbank als Arbeitgeberin über Generationen hinweg geprägt hat.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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