Tuesday, 3. November 2026
CDU

CDU-Krise: Unmut an der Basis wächst unter Merz

Kreisvorsitzende berichten von einer CDU-Krise: Austrittswellen, schwache Kommunalwahlen – und ein Kanzler Merz, der die Lage laut Basis unterschätzt.

Redaktion · 3. November 2026, 15:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 03.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die CDU-Krise zeigt sich zunehmend im Inneren der Partei: Bei einer Konferenz der Kreisvorsitzenden in der Berliner CDU-Zentrale prallten Erwartung und Realität aufeinander. Parteimitglieder aus der Basis berichteten offen von Austrittsweilen, schwindender Glaubwürdigkeit in den Kommunen und dem Gefühl, von der Parteiführung unter Friedrich Merz nicht ernst genommen zu werden. Das Treffen sollte Vertrauen stärken – es hinterließ stattdessen Ernüchterung.

Kreisvorsitzende berichten von Austrittswellen

Die Stimmung in der CDU-Basis ist angespannt. Das machten die Kreisvorsitzenden bei ihrem Treffen mit dem Kanzler und Parteichef in Berlin deutlich. Aus vielen Regionen berichten Funktionäre von einer anhaltenden Austrittswelle – und die Hauptursache wird fast einheitlich benannt: die Bundespolitik.

Deserie Schrade, Kreisvorsitzende aus Brandenburg, nahm an der Konferenz teil und schilderte anschließend im Podcast von Paul Ronzheimer ihre Eindrücke. Ihr Fazit war eindeutig: „Es war schon so der Grund, dass es eine große Enttäuschung gerade bei den großen Merz-Fans gibt.” Wer einst zu den überzeugten Unterstützern des Kanzlers zählte, zeigt sich demnach besonders betroffen.

Die schlechten Umfragewerte von Friedrich Merz färben auf die gesamte Partei ab – das spüren die Vertreter vor Ort unmittelbar. Die CDU kämpft in vielen Kommunen um jeden Prozentpunkt.

Kommunalwahlen: CDU-Kandidaten distanzieren sich von der Bundespartei

Besonders brisant ist ein Trend, den Schrade dem Kanzler direkt schilderte: Bei Kommunalwahlen gelingt es CDU-Kandidaten kaum noch, als Vertreter der Bundespartei zu punkten. Immer mehr Kandidaten greifen deshalb zur Strategie, sich von der Bundes-CDU abzugrenzen, um überhaupt Wählerstimmen zu gewinnen.

Schrade beschrieb die Kernbotschaft an Merz so: Es gehe nicht darum, dass man die Partei nicht vertreten wolle – sondern darum, dass man die Menschen nicht mehr für die CDU überzeugen könne, selbst wenn diese den Kandidaten persönlich schätzen und ihm vertrauen.

Die Situation lässt sich an konkreten Punkten festmachen:

  • Wählerinnen und Wähler trennen zunehmend zwischen lokalem Kandidaten und Bundespartei
  • CDU-Kandidaten erzielen bessere Ergebnisse, wenn sie Distanz zur Berliner Politik signalisieren
  • Mitgliederaustritt erfolgt in vielen Kreisverbänden explizit wegen der Bundespolitik
  • Die persönliche Beliebtheit lokaler Politiker schützt die CDU nicht mehr vor Stimmungsverlusten

Merz’ Reaktion: Unverständnis statt Lösungsangebote

Die Reaktion des Kanzlers auf diese Schilderungen hinterließ bei Schrade einen zwiespältigen Eindruck. Merz habe die geschilderte Praxis, sich von der Bundespartei abzugrenzen, kaum nachvollziehen können – und habe sogar erwartet, dass Kandidaten „voll und ganz für die CDU” eintreten.

Schrade beschrieb seine Haltung als beinahe belächelnd: „Er hatte fast so ein bisschen das belächelt und dann gesagt, ja, also das könne er nicht verstehen.” Für sie war das ein Zeichen, dass die Ernsthaftigkeit der Probleme an der Basis von der Parteiführung noch nicht vollständig erkannt wird.

Sie habe sowohl mit Generalsekretärin als auch mit Merz selbst das Gespräch gesucht – das Gefühl, gehört worden zu sein, blieb aus.

Drei Stunden Debatte – und ein ernüchterndes Fazit

Nach rund drei Stunden Diskussion versprach Merz, die Sorgen der Basis mitzunehmen. Ob aus diesem Versprechen konkrete Konsequenzen folgen, bleibt abzuwarten. Für Deserie Schrade und offenbar viele weitere Kreisvorsitzende war das Treffen kein Wendepunkt, sondern eine vertane Gelegenheit.

Die CDU steht damit vor einer doppelten Herausforderung: Nach außen kämpft sie mit schlechten Umfragewerten und einem Kanzler, dessen Popularität leidet. Nach innen brodelt es an der Basis. Gelingt es Merz nicht, das Vertrauen seiner eigenen Funktionäre zurückzugewinnen, könnte die innerparteiliche Spannung zur ernsthaften Belastung für die Partei werden – und das zu einem Zeitpunkt, an dem Geschlossenheit besonders gefragt wäre.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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