Thursday, 8. October 2026
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CDU in Sachsen-Anhalt: Partei vor dem Zerfall

Nach dem AfD-Erfolg bei der Wahl des Landtagspräsidenten droht der CDU Sachsen-Anhalt der Zerfall. Die Koalition in Berlin gerät dadurch zusätzlich unter Druck.

Redaktion · 7. October 2026, 16:45 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 07.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die CDU in Sachsen-Anhalt steht nach der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten vor einer schweren Zerreißprobe. Vier Stimmen mehr als AfD und BSW zusammen Sitze haben, sorgten für den Erfolg des AfD-Kandidaten – und für den Verdacht, dass CDU-Abgeordnete für Rausch gestimmt haben. Die Fraktion ist tief gespalten, der Fraktionsvorsitzende hat die Partei nicht mehr unter Kontrolle, und die politischen Erschütterungen strahlen bis in die Berliner Koalition aus.

AfD-Landtagspräsident: Woher kamen die vier Stimmen?

Tobias Rausch erhielt bei seiner Wahl zum Landtagspräsidenten in Magdeburg 48 Stimmen, obwohl AfD und BSW gemeinsam nur 44 Sitze innehaben. Vier zusätzliche Stimmen müssen also aus einer anderen Fraktion gekommen sein. Rausch selbst behauptet, diese Stimmen stammten aus der CDU – er wisse das genau.

Ob diese Aussage belastbar ist, bleibt offen. Die AfD verfolgt seit Wochen eine klare Strategie: Sie will den Eindruck erwecken, Teile der CDU auf ihre Seite ziehen zu können und so eine Regierung jenseits von SPD, Grünen und Linken zu ermöglichen. Entsprechend ist Vorsicht bei solchen Behauptungen angebracht.

Dennoch gibt es ein aufschlussreiches Indiz: Bei der Wahl der Schriftführer – einer Abstimmung per Handzeichen, also öffentlich – verweigerten SPD, Linke und Grüne den AfD-Kandidaten ihre Stimme. Wer offen gegen die AfD votiert, hat wenig Grund, ihr heimlich den Landtagspräsidenten zu verschaffen. Das legt nahe, dass die vier Stimmen tatsächlich aus der CDU-Fraktion kamen.

CDU Sachsen-Anhalt: Eine Fraktion in zwei Lager gespalten

Im Lager von Ministerpräsident Sven Schulze richtet sich der Verdacht gegen Abgeordnete aus dem Umfeld seines parteiinternen Rivalen Seb Müller. Müllers Anhänger weisen das zurück und verweisen ihrerseits auf mögliche Abweichler auf der Schulze-Seite. Das gegenseitige Fingerzeigen offenbart, wie tief die Gräben innerhalb der Fraktion verlaufen.

Schulze war erst mit einer hauchdünnen Mehrheit von acht zu sieben Stimmen zum Fraktionsvorsitzenden gewählt worden. Er hatte seine Abgeordneten gebeten, sich bei der Wahl des Landtagspräsidenten zu enthalten – ohne Erfolg. Von den 14 Fraktionsmitgliedern enthielten sich lediglich fünf. Das bedeutet: Der Fraktionsvorsitzende hat weder seine Fraktion noch seine Partei im Griff.

Die Situation in Sachsen-Anhalt ist damit mehr als eine lokale Niederlage. Beobachter sprechen von einem drohenden Zusammenbruch der CDU in diesem Bundesland – einem Prozess, der nach Einschätzung von Fraktionsmitgliedern selbst nicht mehr zu kitten sei.

Koalitionskrise in Berlin: Sacharbeit bleibt auf der Strecke

Die Ereignisse in Sachsen-Anhalt verschärfen die ohnehin angespannte Lage der Großen Koalition in Berlin. Ein Koalitionsausschuss soll klären, ob überhaupt noch eine gemeinsame Arbeitsgrundlage besteht – von Sachbeschlüssen ist keine Rede mehr.

Bereits vor dem Treffen hatte die SPD-Bundestagsfraktion mit einem Protestmarsch durch Berlin-Mitte, vorbei am Brandenburger Tor und zum Bebelplatz, ihrem Unmut Luft gemacht und der CDU schwere Vorwürfe gemacht. Die CDU konterte mit dem Hinweis auf Koalitionsverhandlungen der Berliner SPD mit Teilen der Linken. Das Ergebnis:

  • Keine Fortschritte bei offenen Reformvorhaben
  • Wachsende gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen den Koalitionspartnern
  • Stillstand bei der Arbeitszeitflexibilisierung und anderen Kernprojekten
  • Sinkende Glaubwürdigkeit der Bundesregierung in der Bevölkerung

Die SPD versteht sich in dieser Auseinandersetzung als moralische Speerspitze gegen Rechtsextremismus – eine Haltung, die für sie auch eine Frage der Parteiidentität ist. Diese emotionale Aufladung macht pragmatische Kompromisse noch schwieriger.

Ausblick: Reformstau und weiterer Vertrauensverlust

Bis zur nächsten Bundestagswahl bleibt noch Zeit, doch die politische Dynamik spricht nicht für eine Erholung der Koalition. Kanzler und Koalitionsführung haben zwar ausgegeben, die angestrebten Reformen trotz allem durchzusetzen – doch die Bereitschaft der Partner, mitzuziehen, schwindet sichtbar.

Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet der anhaltende Koalitionsstreit vor allem eines: eine Bundesregierung, die zerstritten wirkt, keine Entscheidungen trifft und das Vertrauen der Bevölkerung weiter verspielt. Sollte die CDU in Sachsen-Anhalt tatsächlich auseinanderbrechen, wäre das nicht nur ein Signal für den Zustand der Union im Osten – sondern ein Warnsignal für die gesamte deutsche Parteienlandschaft.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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