Dieses Video wurde am 17.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Eine repräsentative Civey-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey zeigt: Die große Mehrheit der Deutschen rechnet damit, dass ein starkes Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die Bundespolitik spürbar verändern wird. 70 Prozent der Befragten antworteten mit „Ja” auf die Frage, ob diese Wahl politische Konsequenzen für ganz Deutschland haben werde. Nur 20 Prozent verneinen dies – und lediglich 10 Prozent zeigten sich unentschieden. Das Ergebnis verdeutlicht, wie aufmerksam die Öffentlichkeit auf das ostdeutsche Bundesland blickt.
AfD-Umfrage: Breite Erwartung an politischen Wandel
Die Befragung macht deutlich, dass die Frage in der Bevölkerung längst nicht mehr lautet, ob die AfD in Sachsen-Anhalt stark abschneiden wird, sondern wie stark. Aktuelle Umfragewerte sehen die Partei bei rund 41 bis 42 Prozent – eine absolute Mehrheit ist rechnerisch möglich, aber nicht sicher.
Besonders auffällig: Nicht nur AfD-Sympathisanten erwarten Veränderungen. Auch Wählerinnen und Wähler anderer Parteien sehen in einem solchen Wahlergebnis eine politische Zäsur für die gesamte Bundesrepublik. Deutschland ist in dieser Einschätzung ungewöhnlich geeint.
Friedrich Merz: Bleibt er Bundeskanzler?
Angesichts des politischen Drucks richtete Civey auch eine direkte Frage zur Zukunft von Bundeskanzler Friedrich Merz an die Bevölkerung: Wie wahrscheinlich ist es, dass er nach den Landtagswahlen im Herbst noch im Amt bleibt?
- 42 % halten es für wahrscheinlich, dass Merz Kanzler bleibt
- 39 % halten es für unwahrscheinlich
- 19 % sind unentschieden
Ein Blick auf die Parteianhänger zeigt ein gespaltenes Bild: Unter Unionswählerinnen und -wählern glauben 74 Prozent an seinen Verbleib im Kanzleramt. Bei den Anhängerinnen und Anhängern der SPD sind es hingegen nur 45 Prozent. Die Hoffnung auf Kontinuität ist damit vor allem ein Phänomen innerhalb der eigenen Reihen der Union.
Lars Klingbeil unter massivem Druck
Noch deutlicher fällt das Bild beim SPD-Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil aus. Auf die Frage, ob er im Herbst noch Parteivorsitzender sein werde, zeigten sich die Deutschen skeptisch:
- Nur 27 % halten seinen Verbleib für wahrscheinlich
- 53 % halten es für unwahrscheinlich
- 20 % sind unentschieden
Auch bei der SPD-eigenen Anhängerschaft überwiegt die Skepsis: Nur 56 Prozent der SPD-Wählerinnen und -Wähler glauben daran, dass Klingbeil seinen Posten hält – ein Wert, der die innerparteiliche Unsicherheit widerspiegelt. Selbst unter Unionswählerinnen und -wählern halten nur 43 Prozent seinen Verbleib für wahrscheinlich.
AfD-Minderheitsregierung: Mehrheit der Deutschen dagegen
Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt keine absolute Mehrheit erringen, wäre eine AfD-geführte Minderheitsregierung ein mögliches Szenario. Civey fragte die Bundesbevölkerung direkt, wie sie dieses Szenario bewerten würden:
- 36 % würden es als positiv bewerten
- 52 % lehnen eine AfD-geführte Minderheitsregierung ab
- 12 % sind unentschieden
Bundesweit ist damit noch immer eine Mehrheit gegen eine AfD-Regierungsbeteiligung – selbst in einer geschwächten Minderheitskonstellation. Die Umfrageergebnisse zeichnen insgesamt das Bild einer Gesellschaft, die sich der historischen Tragweite der bevorstehenden Wahl bewusst ist und deren politische Folgen mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Wie sich die Ergebnisse in Sachsen-Anhalt tatsächlich auf die Berliner Koalition und die Führungspersonal-Debatten auswirken, wird sich spätestens im Herbst zeigen.
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