Monday, 9. November 2026
Start›Weltpolitik›Bundespräsident
Bundespräsident

Civey-Umfrage: Trump nach Midterms konfrontativer?

Eine aktuelle Civey-Umfrage zeigt: 53 % der Deutschen erwarten, dass Trump nach den Midterms konfrontativer wird – und kaum jemand glaubt an rasche wirtschaftliche Entspannung.

Redaktion · 8. November 2026, 20:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 08.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Nach den US-Midterms blicken die Deutschen nüchtern auf Donald Trump: Laut einer aktuellen Civey-Umfrage rechnen 53 Prozent der Befragten damit, dass der US-Präsident infolge der Zwischenwahlen konfrontativer gegenüber den Demokraten auftreten wird. Nur eine kleine Minderheit glaubt an einen Kurswechsel hin zur Kompromissbereitschaft. Das Meinungsforschungsinstitut hat außerdem erhoben, wie Deutsche die wirtschaftlichen Folgen der Wahl einschätzen – und welche Erwartungen sie an den künftigen Bundespräsidenten stellen.

Konfrontation statt Kompromiss: Wie Deutsche Trumps Reaktion einschätzen

Die Ergebnisse der Civey-Erhebung sind eindeutig: 53 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Trump unter dem gewachsenen politischen Druck eher auf Konfrontation setzen wird. Lediglich 12 Prozent erwarten, dass er sich künftig kompromissbereiter zeigen wird. Eine weitere Gruppe – rund ein Drittel – glaubt weder an eine deutliche Verschärfung noch an eine Annäherung.

Dieses Bild spiegelt eine tief verwurzelte Skepsis in der deutschen Bevölkerung wider. Schon im Vorfeld der Midterms wünschten sich viele Deutsche eine Wahlniederlage für Trump, verbanden damit aber offenbar keine großen Hoffnungen auf einen grundlegenden Politikwechsel. Der Blick auf Washington ist pragmatisch und von geringen Illusionen geprägt.

Wirtschaftsbeziehungen: Kaum Hoffnung auf schnelle Verbesserung

Auch bei der Frage nach den deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen dominiert ein nüchterner Realismus. 55 Prozent der Befragten erwarten kurzfristig keine Veränderung – weder zum Besseren noch zum Schlechteren. Nur 31 Prozent glauben, dass sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA nun verbessern könnten.

Lediglich 9 Prozent befürchten eine weitere Verschlechterung. Als Grund für den verhaltenen Optimismus gilt unter anderem die protektionistische Zollpolitik, die Trump etabliert hat und die sich nicht von heute auf morgen rückabwickeln lässt. Einmal gesetzte wirtschaftspolitische Weichen – etwa im Bereich Importzölle – entfalten eine Eigendynamik, die auch durch Wahlergebnisse nicht sofort umzukehren ist.

Bundespräsident: Was sich die Deutschen erwarten

Neben dem Blick auf die USA hat Civey auch die Erwartungen der Deutschen an das künftige Bundespräsidentenamt abgefragt. Die Ergebnisse zeigen ein breites Aufgabenspektrum, das die Bevölkerung an das neue Staatsoberhaupt richtet:

  • 54 Prozent wünschen sich vor allem, dass der oder die neue Bundespräsident:in die politische Polarisierung eindämmt
  • 35 Prozent möchten, dass Ost und West einander nähergebracht werden
  • 34 Prozent wünschen sich mehr Optimismus und Zuversicht im öffentlichen Diskurs
  • 26 Prozent erwarten, dass das Amt die Bundesregierung in Krisen stärkt
  • Rund 22 Prozent wollen eine stärkere Warnung vor extremistischen Kräften und mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Interessant ist dabei der Blick auf die Parteianhänger: Sowohl Unions- als auch SPD-Anhänger sehen die Eindämmung politischer Polarisierung als oberste Priorität. Beim Thema Ost-West-Annäherung gehen die Meinungen jedoch auseinander – SPD-Anhänger legen darauf deutlich mehr Wert als Unionsanhänger, die sich insgesamt auf weniger Kernthemen konzentrieren.

Steinmeier-Bilanz: Durchwachsenes Urteil der Bevölkerung

Abschließend hat Civey auch die Amtsführung des noch amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier bewertet. Das Urteil fällt gemischt aus: 43 Prozent der Befragten bewerten seine Amtsführung rückblickend als negativ, nur 30 Prozent positiv und 23 Prozent teils-teils.

Im Vergleich zur Abschlussbewertung seines Vorgängers Joachim Gauck im Jahr 2017 schneidet Steinmeier schlechter ab – allerdings unter deutlich schwierigeren gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Parteiübergreifend konnte Steinmeier nicht überzeugen: Während SPD- und Grünen-Anhänger ihm noch am wohlwollendsten gegenüberstehen, fällt die Zustimmung in anderen politischen Lagern, einschließlich der Unionsanhänger, deutlich geringer aus. Die Bilanz gilt damit als durchwachsen – und dürfte die Debatte über die Nachfolge zusätzlich befeuern.

Die Umfrageergebnisse zeichnen insgesamt das Bild einer deutschen Bevölkerung, die international wie innenpolitisch pragmatisch und mit gedämpften Erwartungen in die Zukunft blickt – und von künftigen Führungspersönlichkeiten vor allem Brückenbauen statt Konfrontation erwartet.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

RE

Redaktion

Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Schnell, klar und rund um die Uhr aktualisiert.

Kommentar schreiben

Mehr aus Weltpolitik

Alle Beiträge →