DAX-Check: Hensoldt, SAP, Nordex und MTU im Fokus
Der DAX startet leicht im Plus: Hensoldt profitiert von Rüstungsfantasie, MTU erhält Kurszielerhöhung, SAP und Nemetschek im Sog der Software-Rally. Alle Analysen im Überblick.
Dieses Video wurde am 06.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich zum Start in die neue Handelswoche relativ ruhig. Im täglichen DAX-Check vom 6. Oktober stehen Hensoldt, MTU Aero Engines, Nemetschek, Nordex, SAP und Thyssenkrupp im Mittelpunkt. Der DAX eröffnet nach einem unentschlossenen Vortag bei rund 25.254 Punkten leicht im Plus – gestützt durch positive Vorgaben aus den USA und Asien. Im Tagesverlauf klettert der Index auf rund 25.460 Punkte, ein Anstieg von gut 0,8 Prozent. Dennoch fehlt noch ein klarer Befreiungsschlag.
Marktumfeld: Renditen und Kurstrends im Blick
Ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Märkte bleibt das Zinsniveau. Die US-Renditen sind zuletzt wieder auf rund 5,3 Prozent gestiegen, nachdem sie zwischenzeitlich deutlich gesunken waren. In Deutschland liegen die Renditen mit 3,45 Prozent etwas entspannter, in Frankreich bei 4,83 Prozent – ein Niveau, das Erinnerungen an die Eurokrise 2008/2009 weckt.
Charttechnisch bewegt sich der DAX in einer Handelspanne zwischen 25.271 und 25.800 Punkten. Positiv zu werten ist, dass der Index die 200-Tage-Linie erfolgreich getestet hat und sich nun wieder nach oben bewegt. Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend braucht es jedoch mehr Momentum.
Hensoldt und MTU Aero Engines: Rüstung und Luftfahrt mit Potenzial
Hensoldt profitiert weiterhin von Spekulationen über neue Rüstungsaufträge im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt. Experten sehen den Sensorik-Spezialisten für moderne Kriegsführung besser aufgestellt als klassische Rüstungskonzerne mit Schwerpunkt Panzer und Artillerie – ein Vorteil, der sich auch in den Kursentwicklungen der vergangenen Wochen widerspiegelt. Charttechnisch ist die Rückeroberung der 50-Tage-Linie ein positives Signal. Entscheidend bleibt der Widerstandsbereich knapp über 90 Euro. Ein starkes Kaufsignal käme erst bei Kursen über 98 Euro.
Bei MTU Aero Engines erhöhte die Deutsche Bank das Kursziel auf 457 Euro – rund 20 Prozent Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs. Die Analysten erwarten für das dritte Quartal ein Umsatzwachstum von rund 10 Prozent sowie möglicherweise eine Anhebung der Jahresprognose für das Instandhaltungsgeschäft. Die Aktie hat sich von ihrem September-Tief bei unter 330 Euro auf rund 371 Euro erholt. Wird der Widerstand bei rund 380 Euro überwunden, wäre das nächste charttechnische Ziel der Bereich um 430 Euro.
SAP und Nemetschek: Software-Rally nach Schneider-Electric-Deal
Die Ankündigung von Schneider Electric, den US-Softwarekonzern PTC mit einem Aufschlag von rund 40 Prozent auf den Durchschnittskurs übernehmen zu wollen, hat der gesamten Softwarebranche Auftrieb gegeben. Davon profitierten auch SAP und der deutsche Nebenwert Nemetschek.
- SAP kletterte zeitweise auf rund 188 bis 189 Euro und handelt in einer engen, charttechnisch bedeutsamen Handelsspanne.
- Ein Ausbruch aus dieser Spanne nach oben dürfte neue Käufer anziehen und den Kurs rasch in Richtung 200 Euro treiben.
- Nemetschek hat die 50-Tage-Linie zurückerobert und nähert sich einem markanten Verlaufshoch bei rund 65 Euro.
- Ein Ausbruch über diese Widerstandszone wäre ein massives Kaufsignal – die Aktie sollte daher auf der Watchlist stehen.
- Viele Anleger dürften zunächst den Beginn der US-Berichtssaison abwarten, bevor sie größere Positionen aufbauen.
Nordex und Thyssenkrupp: Aufträge versus Charttechnik
Nordex meldet erneut starke Auftragseingänge: Über 200 Megawatt von europäischen Kunden, Auftragsvolumen geschätzt rund 200 Millionen Euro. Dennoch zeigt der Kurs Schwäche – die Investoren scheinen müde, die stetig positiven Meldungen zu verarbeiten, solange die Profitabilität nicht klar unter Beweis gestellt ist. Das charttechnische Bild hat sich deutlich eingetrübt: Mehrere Tiefs wurden unterschritten, als letzte Unterstützung gilt die Marke von 35 Euro. Am 5. November werden Quartalszahlen erwartet, möglicherweise begleitet von einer neuen Jahresprognose.
Bei Thyssenkrupp sorgen Übernahmespekulationen rund um das Europageschäft der Aufzugssparte TK Elevator für Aufmerksamkeit. Laut Medienberichten sollen Mitsubishi Electric und Fujitech Interesse an einem Kauf zeigen, im Raum stehen rund 5 Milliarden Euro. Hintergrund ist eine mögliche Übernahme von TK Elevator durch den Wettbewerber Kone, der das Europageschäft aus wettbewerbsrechtlichen Gründen abspalten müsste. Trotz der positiv aufgenommenen Nachricht droht die 50-Tage-Linie zu kippen. Anleger sollten beobachten, ob das Kursniveau bei rund 12 Euro als Unterstützung hält.
Insgesamt bleibt die Lage am deutschen Aktienmarkt angespannt, aber nicht ohne Chancen. Die beginnende US-Berichtssaison sowie mögliche neue Unternehmensprognosen dürften in den kommenden Wochen für Richtungsentscheidungen bei zahlreichen DAX- und MDAX-Titeln sorgen.
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