Dieses Video wurde am 18.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Deutsche Bauernverband hat seine Erntebilanz für das Jahr 2026 vorgelegt – und die Zahlen sind alarmierend. Ein ungewöhnlich heißer und trockener Sommer hat weite Teile Deutschlands erfasst und führt zu massiven Einbußen bei zentralen Ackerkulturen. Besonders betroffen sind Getreide und Raps. Für Herbstkulturen wie Mais und Kartoffeln drohen in Teilen des Landes sogar Totalausfälle. Der Verband appelliert dringend an die Politik, mit staatlichen Soforthilfen einzugreifen.
Dürre und Hitze treffen Ernte 2026 hart
Der Sommer 2026 hat der deutschen Landwirtschaft schwer zugesetzt. Anhaltende Hitzeperioden und ausbleibende Niederschläge haben die Böden ausgetrocknet und das Pflanzenwachstum massiv gehemmt. Vor allem in Süddeutschland sind die Schäden auf den Feldern besonders gravierend.
Bereits bei der Getreideernte zeichnete sich ein deutlich schlechteres Ergebnis als in durchschnittlichen Jahren ab. Nun zeigt die Bilanz des Bauernverbands, dass auch Raps weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Die klimatischen Extrembedingungen haben Aussaat, Wachstum und Reife gleichermaßen beeinträchtigt.
Experten sehen in solchen Extremsommern eine wachsende Gefahr für die Ernährungssicherheit in Deutschland. Wenn mehrere Kulturen gleichzeitig ausfallen, geraten ganze landwirtschaftliche Betriebe in existenzielle Not.
Mais und Kartoffeln: Totalausfall in Teilen Süddeutschlands möglich
Besonders dramatisch ist die Lage bei den sogenannten Herbstkulturen. Mais und Kartoffeln sind auf ausreichende Wasserversorgung während der Sommermonate angewiesen – genau jene Zeit, in der es 2026 kaum Regen gab.
Der Bauernverband rechnet in besonders betroffenen Regionen Süddeutschlands mit Totalausfällen. Das bedeutet: Einzelne Betriebe werden von bestimmten Kulturen schlicht nichts ernten können. Die wirtschaftlichen Konsequenzen für die betroffenen Höfe sind enorm, da viele Landwirte kaum Rücklagen für mehrere Schlechterntejahre in Folge besitzen.
- Getreide: Deutlich unter dem Durchschnittsertrag, Qualitätsverluste durch Trockenstress
- Raps: Schlechte Ernte, Ertragseinbußen flächendeckend
- Mais: Starke regionale Verluste, Totalausfall in Teilen Süddeutschlands
- Kartoffeln: Erhebliche Mengeneinbußen durch anhaltende Trockenheit
Bauernverband fordert staatliche Soforthilfen
Angesichts der angespannten Lage hat der Deutsche Bauernverband die Bundesregierung aufgefordert, umgehend staatliche Soforthilfen bereitzustellen. Ohne schnelle finanzielle Unterstützung drohten zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten – bis hin zur Insolvenz.
Der Verband begründet die Forderung damit, dass die Dürrekatastrophe ein Naturereignis darstellt, das außerhalb des Einflussbereichs der Bauern liegt. Einzelbetriebe könnten die Schäden nicht alleine abfedern, weshalb solidarische staatliche Unterstützung notwendig sei.
In der Vergangenheit hatten Bund und Länder in ähnlichen Lagen bereits Hilfsprogramme aufgelegt. Ob und in welchem Umfang dies auch 2026 geschieht, ist derzeit noch offen. Die Politik steht unter Druck, rasch zu handeln, bevor die finanzielle Lage der betroffenen Höfe kippt.
Ausblick: Landwirtschaft braucht langfristige Anpassungsstrategien
Die Ernte 2026 reiht sich in eine Serie von Extremwetterjahren ein, die die Verwundbarkeit der deutschen Landwirtschaft gegenüber dem Klimawandel verdeutlicht. Kurzfristige Soforthilfen können akute Not lindern, lösen aber das strukturelle Problem nicht.
Fachleute und Verbände fordern deshalb neben sofortiger Unterstützung auch langfristige Investitionen in klimaresistente Anbaumethoden, Bewässerungsinfrastruktur und Risikoabsicherung für Landwirte. Nur so kann die Ernährungsversorgung in Deutschland auch unter den Bedingungen eines sich verändernden Klimas dauerhaft gesichert werden.
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