KI und Content Creator: Angst vor dem Abgehängtwerden
KI-generierte Videos fluten die sozialen Medien. Wie gehen Content Creator damit um – und wie schützt die EU-Kennzeichnungspflicht die Zuschauer?
Dieses Video wurde am 30.10.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
KI-generierte Videos sind längst fester Bestandteil sozialer Medien – oft kaum von echten Aufnahmen zu unterscheiden. Für viele Content Creator wächst damit der Druck: Wer keine KI einsetzt, produziert langsamer und riskiert, im Algorithmus zurückzufallen. Doch nicht alle wollen diesen Weg mitgehen. Ein Blick auf die Lage zeigt, wie unterschiedlich Kreative mit der neuen Realität umgehen – und welche Regeln die EU inzwischen geschaffen hat.
Kennzeichnungspflicht für KI-Videos: Was die EU vorschreibt
Seit August 2024 gilt in der Europäischen Union eine Kennzeichnungspflicht für sogenannte Deepfakes. Darunter versteht man Videos, die mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder manipuliert wurden und dabei täuschend echt wirken. Plattformen und Ersteller sind verpflichtet, solche Inhalte als KI-generiert auszuweisen.
Eine generelle Kennzeichnungspflicht für alle Videos, die auch nur teilweise mit KI bearbeitet wurden, schreibt das Gesetz jedoch noch nicht vor. Das bedeutet: Viele Inhalte, die KI-gestützte Elemente enthalten – etwa automatisch generierte Untertitel, KI-Schnitt oder synthetische Hintergrundmusik – bleiben weiterhin ohne Kennzeichnung.
Zuschauer erkennen Deepfakes dabei unterschiedlich zuverlässig. Manche reagieren intuitiv: „Wenn man so ein bisschen Verstand hat, sieht man, dass es nicht echt sein kann.” Andere hingegen nehmen KI-Inhalte als real wahr – ein Problem, das mit steigender Qualität der Modelle zunimmt.
Unter Druck: Content Creator im Wettbewerb mit KI
Für Videoproduzent Josef Bolz ist die Situation konkret spürbar. Er produziert Selbstexperimente und Reportagen vollständig ohne KI-Unterstützung – und braucht dafür etwa 14 Tage pro Video. Andere Kanäle veröffentlichen mit KI-Hilfe zwei bis drei Videos täglich in vergleichbarer Länge und Aufmachung.
Das Ungleichgewicht ist für ihn ein echtes Problem:
- Manuell produzierte Videos erfordern deutlich mehr Zeit und Ressourcen.
- KI-gestützte Kanäle können Algorithmen mit höherer Veröffentlichungsfrequenz bedienen.
- Reichweite und Sichtbarkeit hängen auf vielen Plattformen stark von der Posting-Frequenz ab.
- Trotzdem lehnt Bolz den Einsatz von KI für seine eigene Arbeit ab.
Der Grund liegt nicht nur in persönlichen Überzeugungen, sondern auch im inhaltlichen Anspruch: Authentizität und eigene Recherche lassen sich mit automatisierten Tools kaum ersetzen.
Bewusste Handarbeit: Das Modell von „Kurz gesagt”
Noch konsequenter gegen den KI-Trend positioniert sich das Team hinter dem YouTube-Kanal „Kurz gesagt”, bekannt für aufwendig animierte Erklärvideos. Vor der Kamera ist dort niemand zu sehen – dafür entsteht jedes Video durch intensive Handarbeit von Illustratoren und Animateuren.
Die Produktion eines einzelnen Videos dauert drei bis vier Monate. KI gilt dem Team dabei als konzeptioneller Widerspruch zur eigenen Arbeitsweise: Im Unternehmen sind viele Künstler beschäftigt – KI sei „das komplette Gegenteil” davon, was man dort anstrebe.
Bemerkenswert ist die Haltung des Teams zur Konkurrenz durch KI: Angst vor dem Abgehängtwerden empfinden sie nicht. Stattdessen konzentriert man sich auf das, was Spaß macht, und versucht, es so gut wie möglich umzusetzen – ohne ständig auf Mitbewerber zu schielen.
Ausblick: Qualität gegen Quantität
Die Debatte rund um KI im Content-Bereich ist noch längst nicht abgeschlossen. Während Regulierung wie die EU-Kennzeichnungspflicht erste Leitplanken setzt, bleibt offen, wie sich Qualität gegen schiere Masse auf Dauer behauptet. Die Beispiele von Josef Bolz und „Kurz gesagt” zeigen: Es gibt durchaus Kreative, die bewusst auf KI verzichten – und damit ein klares inhaltliches Profil aufbauen.
Entscheidend wird sein, ob Plattformen und Zuschauer diesen Unterschied langfristig honorieren. Sollte die Flut an KI-generierten Inhalten weiter wachsen, könnten handgemachte Inhalte paradoxerweise wieder an Wert gewinnen – als erkennbares Qualitätsmerkmal in einem zunehmend automatisierten Umfeld.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.