Dieses Video wurde am 18.08.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein dramatisches Fischsterben erschüttert Freiburg im Breisgau: Im Gewerbekanal der Stadt sind wegen anhaltender Dürre tausende Fische verendet. Wo normalerweise durchgängig Wasser fließt, stehen stellenweise nur noch 5 bis 6 Zentimeter Wasser. Angler, Vereinsmitglieder und städtische Helfer kämpfen mit Keschern und bloßen Händen um jedes überlebende Tier – doch für viele kommt die Hilfe zu spät.
Gewerbekanal trocknet aus – Sauerstoff wird knapp
Die anhaltende Trockenheit hat den Gewerbekanal in Freiburg in eine lebensfeindliche Umgebung verwandelt. Was früher ein gleichmäßig wasserführendes Gewässer war, ist heute an vielen Stellen auf wenige Zentimeter zusammengeschrumpft. In den verbliebenen Pfützen sinkt der Sauerstoffgehalt rapide – den Fischen droht der Erstickungstod.
Besonders tückisch ist der trübe Schlamm am Grund des Kanals. Viele Tiere haben sich in unterirdische Rohre zurückgezogen, wo sie für die Retter kaum erreichbar sind. Die Suche gestaltet sich dadurch erheblich schwieriger und zeitaufwendiger.
Rettungsaktion seit dem 12. August
Bereits seit dem 12. August 2026 waten Helfer der Stadt Freiburg und Mitglieder des örtlichen Angelsportvereins durch den Schlamm des Gewerbekanals. Ihr Ziel: möglichst viele lebende Fische zu sichern, bevor die letzten Wasserreste vollständig verschwinden.
Die geretteten Tiere – darunter junge und ältere Fische ebenso wie größere Exemplare – werden in Eimer mit frischem Wasser gesetzt und anschließend transportiert. Als Aufnahmegewässer dient der Dietenbach, der derzeit noch ausreichend Wasser führt und den geretteten Tieren ein Überleben ermöglicht.
Die Helfer berichten von erschreckenden Zuständen:
- An vollständig ausgetrockneten Stellen sind alle Lebewesen tot
- Junge wie alte Fische sowie andere Bachbewohner sind betroffen
- Viele Tiere haben sich in schwer zugängliche Rohre zurückgezogen
- Gerettete Fische werden umgehend in den Dietenbach umgesiedelt
- Die Stadt rechnet damit, dass ein Teil der Tiere nicht mehr lebend geborgen werden kann
Ausmaß des Schadens noch nicht absehbar
Die Stadt Freiburg gibt offen zu, dass nicht alle Fische geborgen werden können. Das vollständige Ausmaß des ökologischen Schadens lässt sich erst nach dem Ende der Trockenphase beurteilen. Neben Fischen sind auch andere Bachlebewesen – Insektenlarven, Kleinkrebse und weitere wirbellose Tiere – von der Austrocknung betroffen, was das gesamte Ökosystem des Kanals destabilisiert.
Fachleute weisen darauf hin, dass sich solche Gewässer nach einer Wiedervernässung zwar erholen können, dies jedoch Jahre dauern kann. Die biologische Vielfalt eines Gewässers baut sich nicht über Nacht wieder auf – selbst wenn ausreichend Fische umgesiedelt werden konnten.
Dürre als wachsende Bedrohung für Stadtgewässer
Das Fischsterben im Freiburger Gewerbekanal ist kein Einzelfall. Extreme Hitze- und Trockenperioden setzen Stadtgewässer und Bäche in ganz Deutschland zunehmend unter Druck. Niedrige Wasserstände, steigende Wassertemperaturen und sinkende Sauerstoffgehalte sind die unmittelbaren Folgen – mit verheerenden Konsequenzen für die Tier- und Pflanzenwelt.
Der Einsatz der Freiburger Angler und Freiwilligen zeigt, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement in solchen Krisenlagen ist. Zugleich macht er deutlich, dass schnelles kommunales Handeln entscheidend sein kann, um zumindest einen Teil der Tierpopulation zu retten. Ob und wie der Gewerbekanal langfristig besser gegen Dürreperioden geschützt werden kann, dürfte die Stadtpolitik in Freiburg künftig stärker beschäftigen.
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