Dieses Video wurde am 18.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Am Flughafen München hat sich ein weiterer schwerwiegender Zwischenfall ereignet: Ein Lufthansa A380 mit der Flugnummer LH459 aus San Francisco setzte am Montag zu früh auf der Landebahn auf und verfehlte dabei den vorgesehenen Aufsetzpunkt. Die Maschine beschädigte die Landebahnbefeuerung. Alle 351 Passagiere an Bord blieben nach aktuellem Stand unverletzt. Der Vorfall ereignete sich auf derselben Piste, auf der nur zwei Tage zuvor bereits eine andere Maschine in einen gefährlichen Zwischenfall verwickelt war.
Zweiter Zwischenfall auf derselben Piste binnen 48 Stunden
Besonders besorgniserregend ist die zeitliche und räumliche Häufung der Vorfälle. Bereits am Samstag hatte eine Boeing 787 der Vietnam Airlines auf exakt derselben Startbahn in München die Bahn überschossen – ein Ereignis, das die Luftfahrtbehörden in Alarmbereitschaft versetzt hatte.
Nur zwei Tage später, am Montag, kam es auf der identischen Piste zum nächsten Ernstfall: Der aus San Francisco kommende Jumbojet der Lufthansa setzte deutlich zu früh auf. Bei einem A380, dem größten in Serie gefertigten Passagierflugzeug der Welt, kann ein solches Frühaufsetzen erhebliche Konsequenzen haben – sowohl für das Fahrwerk als auch für die Pisteninfrastruktur.
Lufthansa bestätigte den Vorfall und räumte ein, dass es dabei zu Beschädigungen an der Landebahnbefeuerung gekommen ist. Diese Befeuerungsanlage ist essenziell für die sichere Führung von Piloten bei der Landung, insbesondere bei schlechter Sicht.
Was bedeutet „zu frühes Aufsetzen”?
Beim sogenannten Frühaufsetzen (englisch: „short landing”) berührt ein Flugzeug die Landebahn vor der markierten Aufsetzzone. Dies kann mehrere Ursachen haben:
- Fehler beim Anflugverfahren oder bei der Gleitpfadführung
- Technische Probleme mit dem Instrumentenlandesystem (ILS)
- Ungünstige Windverhältnisse oder Windscherung
- Fehlerhafte Einschätzung der Flughöhe durch die Piloten
- Infrastrukturprobleme am Boden, etwa bei der Befeuerung
Im vorliegenden Fall ermitteln nun die zuständigen Behörden, welche Ursache zum Zwischenfall geführt hat. Bis dahin gilt: Alle 351 Personen an Bord des Lufthansa-Jumbojets sind wohlauf.
Flughafen München und die Sicherheitsfragen
Der Flughafen München zählt zu den meistfrequentierten Drehkreuzen Europas und gilt als einer der modernsten Flughäfen der Welt. Die Häufung von zwei Vorfällen auf derselben Piste innerhalb von nur 48 Stunden dürfte dennoch Fragen zur Betriebssicherheit aufwerfen.
Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Zwischenfällen besteht – etwa ein technisches Problem mit der Pistenbefeuerung oder dem Anflugssystem – ist derzeit Gegenstand der Untersuchungen. Die zuständige Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) wird beide Vorfälle voraussichtlich unter die Lupe nehmen.
Lufthansa selbst äußerte sich bislang nur knapp und bestätigte die Beschädigungen an der Befeuerungsanlage, ohne weitere Details zur genauen Unfallursache zu nennen. Die Airline betonte jedoch, dass die Sicherheit der Passagiere zu keinem Zeitpunkt in akuter Gefahr gewesen sei.
Ausblick: Behörden unter Druck
Die beiden Beinahe-Katastrophen innerhalb kürzester Zeit auf demselben Münchner Rollfeld werden den Druck auf Flughafenbetreiber, Luftfahrtbehörden und beteiligte Fluggesellschaften erhöhen. Forderungen nach einer umfassenden Überprüfung der betroffenen Piste sowie der Anflugverfahren dürften laut werden. Klar ist: Obwohl beide Vorfälle glimpflich ausgingen, verdeutlichen sie, wie schmal der Grat zwischen einem regulären Landevorgang und einer ernsthaften Katastrophe im Luftverkehr sein kann. Eine rasche und transparente Aufklärung ist nun unerlässlich.
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