Friday, 18. September 2026
StartWirtschaft & FinanzenAnleiherenditen
Anleiherenditen

Old-Economy-Comeback: 7 Fonds für Rohstoffaktien

Minenaktien und Rohstoffwerte erleben ein Revival. Welche 7 Fonds vom Old-Economy-Comeback profitieren und worauf Anleger dabei achten sollten.

Redaktion · 16. September 2026, 03:59 Uhr · 5 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 16.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Das Old-Economy-Comeback ist an den Finanzmärkten in vollem Gange: Minenkonzerne, Rohstoffproduzenten und Energieunternehmen rücken nach Jahren im Schatten der Tech-Giganten wieder ins Rampenlicht. Steigende Anleiherenditen, hohe Ölpreise und eine neue Investitionswelle in Infrastruktur, Rüstung und Rechenzentren treiben die Nachfrage nach physischen Rohstoffen. Wer das Depot gezielt diversifizieren will, sollte sich sieben ausgewählte Fonds und ETFs genauer ansehen – und verstehen, warum die Geschichte des letzten Rohstoffzyklus wichtige Lehren für heute bereithält.

Der Blick zurück: Was 2011 mit dem Rohstoffboom passierte

Um 2011 galten Minenkonzerne wie BHP, Rio Tinto, Vale und Anglo American als die Könige der Weltwirtschaft. Ein chinesischer Häuserboom befeuerte einen scheinbar endlosen Rohstoff-Superzyklus. Die Konzerne investierten massiv: BHP steckte 2012 über 20 Milliarden Dollar in neue Kapazitäten, Rio Tinto rund 80 Milliarden, Vale rund 16 Milliarden. Bei vielen Unternehmen überstiegen die Investitionen sogar den eigenen Cashflow.

Dann kam die große Angebotsschwemme. Die Rohstoffpreise kollabierten, Vorstandschefs mussten gehen, Kapital wanderte ins Silicon Valley. Zwischen Mitte 2011 und Ende 2015 verlor der MSCI World Metals and Mining Index rund 60 Prozent seines Wertes – während der Tech-Index im selben Zeitraum um 80 Prozent zulegte.

Heute läuft derselbe Film mit vertauschten Rollen: Tech-Giganten pumpen ihren Cashflow mit ähnlicher Maßlosigkeit in KI-Rechenzentren. Der MSCI World Minenindex hatte sein Hoch 2011 – die Investitionsbudgets ihren Gipfel erst 2012. Das Signal kam also zu spät für die meisten Anleger.

Warum die Old Economy diesmal disziplinierter ist

Die Branche hat ihre Lektion gelernt. BHP investierte 2025 mit 9,5 Milliarden Dollar weniger als die Hälfte des alten Spitzenwerts. Anglo American gab 3,3 Milliarden aus, Glencore 5,9 Milliarden, Freeport 4,5 Milliarden. Die zehn größten Minenkonzerne zusammen kamen auf knapp 52 Milliarden Dollar – nominal kaum mehr als die Top 3 auf dem Höhepunkt.

Stattdessen fließen gewaltige freie Cashflows in Rekorddividenden zurück an die Aktionäre. Eine Ausnahme bildet Rio Tinto, das seine Investitionen auf 12,3 Milliarden Dollar hochgefahren hat. Erste Anzeichen bröckelnder Disziplin – aber von einem echten Überinvestitionszyklus ist die Branche noch weit entfernt.

Analyst Jeff Currie, ehemaliger Goldman-Sachs-Rohstoffstratege, sieht in den physischen Rohstoffen die Assetklasse der kommenden Dekade. Kupfer gilt als struktureller Gewinner: Anglo American und Thungela fusionieren für 53 Milliarden Dollar zum neuen Konzern Anglotch mit über 70 Prozent Kupferanteil.

7 Fonds und ETFs für das Rohstoff-Comeback

Wer den Zyklus im Depot abbilden will, sollte breit gestreute Rohstofffonds bevorzugen. Eine Analyse von rund 100 gemischten Rohstofffonds zeigt: Die Produktwahl ist entscheidend. Der Median liegt auf Jahressicht bei +42 Prozent, über zehn Jahre bei 10,3 Prozent pro Jahr – doch die Bandbreite reicht von 4,4 bis 15,5 Prozent jährlich.

  • Invesco ETF auf europäische Basic Resources: Bester Zehnjahreswert mit 15,5 % p. a., auf Jahressicht +69 %. Kernbestand: London-notierte Schwergewichte wie Rio Tinto, Glencore, Anglo American.
  • Earth Exploration Fund (Earth Resource Investment, Frankfurt): Einziger aktiver Fonds, der über zehn Jahre mit 15 % p. a. mithalten kann.
  • ERI Strategic Resources Fund: +48 % p. a. über drei Jahre – aber hochspekulativ durch Explorer und Junior Miner.
  • Onek S&P Global Mining ETF: 152 Minenkonzerne inklusive BHP, Newmont und Freeport-McMoRan. Über fünf Jahre 17,5 % p. a., über drei Jahre 26,5 %.
  • ABRDN Future Rawals (aktiver Rohstoff-ETF): Erst seit Mai am Markt, aber mit solider Anfangsentwicklung – für Anleger mit Risikobereitschaft.
  • Breite Materials-ETFs (MSCI Europe / S&P 500): Warnung: Nur +11 % auf Jahressicht – Chemie- und Verpackungswerte verwässern die Rohstoffrendite erheblich.
  • Sparplan-Beimischung (5 %) als Gegenposition zu einem MSCI-World-Depot mit hohem KI-Anteil statt Einmalkauf.

Die zentrale Erkenntnis: Wer den Rohstoffzyklus spielen will, braucht Minen – keine breiten Materialienfonds.

Versicherungscheck: Richtig absichern statt doppelt zahlen

Parallel zu den Anlageüberlegungen lohnt ein Blick auf das Thema Versicherung. Laut Verbraucherzentrale Hamburg gibt jeder Deutsche im Schnitt rund 2.500 Euro pro Jahr für Versicherungen aus. Die Beitragseinnahmen der Branche stiegen 2025 um 6,6 Prozent auf 254 Milliarden Euro. Das Problem ist dabei weniger die Menge als die Struktur: Die Deutschen sind nicht überversichert, aber falsch versichert.

Drei Grundregeln helfen beim Kassensturz:

  • Existenzielle Risiken zuerst absichern: Private Haftpflicht mit mindestens 10 Millionen Euro Deckungssumme, Berufsunfähigkeitsversicherung und – für Immobilienbesitzer – Wohngebäudeversicherung inklusive Elementarschutz (Rückstau-Klausel beachten).
  • Doppeldeckungen aufspüren: Reiseversicherungen oft bereits über Kreditkarte oder Reiseveranstalter abgedeckt; beim Zusammenziehen doppelte Hausrat- oder Haftpflichtverträge zusammenlegen.
  • Tarife ans aktuelle Leben anpassen: Vollkasko bei alten Fahrzeugen überdenken, Berufsunfähigkeitsversicherung im Rentenalter prüfen, Fahrerkreis reduzieren wenn Kinder das Auto nicht mehr nutzen.

Wichtig: Bestehende Berufsunfähigkeits- oder Krankenversicherungen niemals kündigen, bevor der neue Vertrag angenommen ist. Neue Gesundheitsfragen können sonst gefährliche Lücken reißen.

Ob Old-Economy-Fonds oder Versicherungsportfolio – das Prinzip ist dasselbe: Kapital dorthin lenken, wo echter Schutz entsteht und echter Wert geschaffen wird. Solange die Investitionsdisziplin der Rohstoffkonzerne anhält und Zinsen sowie Rohstoffpreise parallel steigen, dürfte das Comeback der Old Economy noch einige Jahre andauern. Der entscheidende Indikator bleibt die Capex-Entwicklung der großen Minenkonzerne – erst wenn dort die Budgets wieder deutlich ausgeweitet werden, droht der nächste Schweinezyklus.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

RE

Redaktion

Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Schnell, klar und rund um die Uhr aktualisiert.

Kommentar schreiben

Mehr aus Wirtschaft & Finanzen

Alle Beiträge →