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Rentenreform: Aiwanger fordert Schutz für Langzeitbeschäftigte

Hubert Aiwanger (Freie Wähler) stellt sich gegen Rentenkürzungen für Langzeitbeschäftigte und fordert stattdessen mehr Druck auf Arbeitsverweigerer.

Redaktion · 24. September 2026, 12:15 Uhr · 3 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 24.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Debatte um die Rentenreform in Deutschland spitzt sich zu. Hubert Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Bayerns sowie Bundeschef der Freien Wähler, bezieht klar Stellung: Wer 45 Jahre gearbeitet hat, dürfe nicht weiter durch Rentenkürzungen belastet werden. Stattdessen fordert Aiwanger, den Fokus auf Arbeitsverweigerer und arbeitsfähige Leistungsempfänger zu richten — eine Position, die er als die eigentliche Antwort auf die Frage der Generationengerechtigkeit versteht.

Rentenreform am falschen Ende angesetzt

Aiwanger kritisiert den aktuellen politischen Ansatz scharf. Seiner Einschätzung nach setzt die Reformdebatte an der falschen Stelle der Alterspyramide an. Wer mit 15 oder 17 Jahren ins Berufsleben eingestiegen sei und 45 Jahre lang Beiträge gezahlt habe, habe „seine Schuldigkeit getan” — unabhängig davon, ob er dadurch bereits mit 62 oder 63 Jahren das Rentenalter erreiche.

Rentenkürzungen für diese Gruppe lehnt Aiwanger entschieden ab. Stattdessen plädiert er dafür, steuerfreie Hinzuverdienstmöglichkeiten für Rentnerinnen und Rentner deutlich auszuweiten. Viele würden dann freiwillig länger arbeiten — ohne dass man sie dazu zwingen müsse.

„Wer 45 Jahre gearbeitet hat, lasst diese Menschen in Ruhe”, so Aiwanger. „Gebt ihnen die Möglichkeit, steuerfrei noch etwas hinzuzuverdienen — dann werden das viele tun.”

Generationengerechtigkeit neu gedacht

Die häufig gestellte Frage, wie eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung das Rentensystem langfristig finanzieren soll, beantwortet Aiwanger mit einem anderen Blickwinkel. Gerechtigkeit zwischen den Generationen dürfe nicht bedeuten, dass ältere Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, für die Versäumnisse der Sozialpolitik geradestehen müssten.

Sein Kernargument lautet:

  • Arbeitsfähige Jüngere, die keine Beschäftigung annehmen, müssen stärker in die Pflicht genommen werden.
  • Ältere, die noch arbeiten wollen, sollen durch steuerliche Anreize dazu ermutigt werden.
  • Rentenkürzungen für Langzeitbeschäftigte sind das falsche Instrument zur Finanzierung des Systems.
  • Der Vorwurf der Ungerechtigkeit gegenüber der jüngeren Generation darf nicht auf Kosten jener ausgetragen werden, die Jahrzehnte eingezahlt haben.

Eine Umkehrung, bei der ein 25-Jähriger ohne Berufserfahrung davon profitiere, dass ein Langzeitbeschäftigter noch länger arbeite, sei für Aiwanger „keine Gerechtigkeitsfrage, sondern eine Zumutung”.

Skepsis gegenüber Kanzler Merz und der Koalition

Auf die Frage nach der Rolle von Bundeskanzler Friedrich Merz und dessen Handlungsfähigkeit zeigt sich Aiwanger wenig zuversichtlich. Angesichts sinkender Popularitätswerte und einer Forsa-Umfrage, laut der eine Mehrheit der Deutschen den Rücktritt des Kanzlers fordere, zweifelt Aiwanger daran, dass die Union noch größere Reformvorhaben durchsetzen kann.

Bei zentralen Themen wie der Bekämpfung von Arbeitsverweigerung sei mit SPD und Linken keine Mehrheit zu erzielen. Aiwanger erwartet, dass das Thema Rentenreform nach einigen Monaten politischer Diskussion „stillschweigend beerdigt” werde — ohne nennenswerte strukturelle Veränderungen.

Aktionsplan gegen Sozialleistungsmissbrauch begrüßt

Ausdrücklich positiv bewertet Aiwanger hingegen den Beschluss des Bundeskabinetts über einen Aktionsplan gegen Sozialleistungsmissbrauch. Dieser sei „höchst überfällig”, so der Freie-Wähler-Chef. Lange Zeit habe es aus SPD-Kreisen geheißen, Missbrauch im Grundsicherungssystem existiere kaum. Nun zeige sich, dass erhebliches Einsparpotenzial vorhanden sei.

Der Vorstoß der Bundesregierung gilt als erstes Signal in eine Richtung, die Aiwanger schon länger fordert: mehr Konsequenz gegenüber jenen, die trotz Arbeitsfähigkeit dauerhaft staatliche Leistungen beziehen, ohne eine Beschäftigung anzunehmen. Ob daraus eine wirksame Reformpolitik wird, bleibt angesichts der angespannten Koalitionslage jedoch offen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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