VW senkt Gewinnprognose: Rendite bricht auf 1 % ein
Volkswagen senkt die VW Gewinnprognose drastisch auf maximal 1 % Rendite. Schwaches Chinageschäft und Porsche-Abschreibungen verschärfen die Konzernkrise.
Dieses Video wurde am 19.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Volkswagen hat seine Gewinnprognose massiv nach unten korrigiert: Der DAX-Konzern erwartet für das laufende Geschäftsjahr nur noch eine Umsatzrendite von maximal 1 Prozent — ein drastischer Einbruch gegenüber den zuvor angestrebten 4 bis 5,5 Prozent. Als Hauptursachen gelten das anhaltend schwächelnde Chinageschäft sowie eine Milliardenabschreibung bei der Tochtermarke Porsche. Die neue Prognose verschärft die ohnehin angespannte Lage beim größten deutschen Automobilhersteller erheblich und erhöht den Druck auf Management, Belegschaft und Politik gleichermaßen.
VW Gewinnprognose auf historischem Tiefstand
Eine Rendite von lediglich 1 Prozent ist für einen Konzern der Größenordnung von Volkswagen ein alarmierendes Signal. Zum Vergleich: Die ursprüngliche Zielspanne von 4 bis 5,5 Prozent galt bereits als konservativ, spiegelte aber zumindest eine stabile Geschäftsentwicklung wider. Die neue Prognose bedeutet, dass der Konzern kaum noch Gewinnpuffer besitzt, um Investitionen in Elektromobilität, Software und neue Plattformen zu stemmen.
Analysten werten die Prognosesenkung als weiteres Warnsignal für die strukturellen Probleme, mit denen VW kämpft. Die Aktie steht unter Druck, und Investoren fordern konkrete Maßnahmen, um die Ertragskraft mittelfristig wieder zu stärken.
Schwaches Chinageschäft und Porsche-Abschreibung als Haupttreiber
Zwei Faktoren belasten die Bilanz besonders stark:
- Chinageschäft: Der weltgrößte Einzelmarkt für Volkswagen schwächelt deutlich. Einheimische Elektroauto-Hersteller wie BYD verdrängen europäische Marken zunehmend aus dem Massenmarkt.
- Porsche-Abschreibung: Bei der börsennotierten Sportwagentochter Porsche AG sind Milliardenabschreibungen notwendig geworden, die direkt auf die Konzernbilanz durchschlagen.
- Strukturelle Überkapazitäten: Veraltete Produktionsstrukturen und zu hohe Fixkosten belasten die Marge zusätzlich.
Besonders das China-Debakel wiegt schwer, da der Markt jahrelang als verlässliche Gewinnquelle galt. Der Wandel zur Elektromobilität vollzieht sich dort in einem Tempo, mit dem Volkswagen bislang nicht mithalten konnte.
Sparkurs verschärft sich: 50.000 Stellen sollen wegfallen
Parallel zur Prognosesenkung hat Volkswagen angekündigt, den eingeschlagenen Sparkurs deutlich zu intensivieren. Bis zum Jahr 2030 sollen konzernweit rund 50.000 Stellen in Deutschland abgebaut werden — ein Einschnitt, der in der Geschichte des Wolfsburger Konzerns ohne Präzedenz ist.
Die Pläne stoßen auf massiven Widerstand bei Gewerkschaften und Betriebsrat. Der mächtige Betriebsrat von Volkswagen hatte zuletzt signalisiert, betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich verhindern zu wollen. Dennoch macht das Management deutlich, dass ohne tiefgreifende Kostensenkungen die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns langfristig gefährdet sei.
Neben dem Personalabbau stehen auch Werksschließungen und die Streichung ganzer Modellreihen im Raum, um die Kostenstruktur grundlegend zu sanieren.
Ausblick: Krise als Wendepunkt für den Konzern?
Die aktuelle Krise bei Volkswagen ist mehr als eine kurzfristige Delle — sie markiert einen möglichen Strukturbruch in der deutschen Automobilindustrie. Die Kombination aus geopolitischen Risiken in China, dem Hochlauf der Elektromobilität und internen Effizienzproblemen zwingt den Konzern zu einem fundamentalen Umbau.
Ob die eingeleiteten Maßnahmen ausreichen, um VW wieder auf einen profitablen Wachstumspfad zu bringen, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die kommenden Jahre werden für Beschäftigte, Investoren und den deutschen Industriestandort insgesamt zu einer entscheidenden Bewährungsprobe. Die neue Gewinnprognose ist dabei weniger Endpunkt als Signal für einen tiefgreifenden Wandel, den der größte deutsche Autokonzern erst noch vollziehen muss.
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