Dieses Video wurde am 13.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Am 1.632. Tag des Ukrainekrieges kämpft Russland im Donbas weiter um jeden Meter – doch die Donbas-Offensive läuft nicht so, wie sich Putin das vorgestellt hat. Trotz massivem Truppeneinsatz mit Zehntausenden Soldaten gelingt es den russischen Streitkräften nicht, entscheidende Durchbrüche zu erzielen. Die Ukraine hält noch immer rund 20 Prozent des Oblast Donetsk – und die Schlüsselstädte Kramatorsk und Slowjansk sind bislang unangetastet.
Putins Ziel: Der komplette Donbas bis Jahresende
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte als strategisches Ziel ausgegeben, den gesamten Oblast Donetsk noch im laufenden Jahr unter Kontrolle zu bringen. Davon ist Moskau aktuell weit entfernt. Die verbliebenen ukrainisch kontrollierten Gebiete im Donbas – knapp ein Fünftel der Region – halten dem russischen Druck bisher stand.
Besonders die beiden größten noch unter ukrainischer Kontrolle stehenden urbanen Zentren, Kramatorsk und Slowjansk, sind bislang nicht direkt in schwere Kämpfe verwickelt. Dabei waren diese Städte schon lange im russischen Visier. Dass der Kampf um sie noch nicht begonnen hat, zeigt, wie weit die russischen Truppen vom ursprünglichen Zeitplan entfernt sind.
Extreme Verluste bremsen russisches Vorrücken
Russland rückt im Donbas zwar weiterhin vor – aber zu einem extrem hohen Preis. Die Verluste auf russischer Seite sind nach Beobachterberichten aus dem Kriegsgebiet gravierend. Gleichzeitig gelingt es der Ukraine zunehmend besser, die eigenen Verluste zu begrenzen.
Ein wesentlicher Faktor dabei ist der massive Einsatz von Drohnen: Die ukrainischen Streitkräfte sind inzwischen in der Lage, nahezu jeden Quadratzentimeter des Gefechtsfelds mit unbemannten Luftfahrzeugen zu überwachen und zu bekämpfen. Das verändert die Taktik auf beiden Seiten grundlegend.
- Russische Truppen greifen nicht mehr in großen Gruppen an, sondern in kleineren Einheiten.
- Auch kleine Gruppen sind durch die ukrainische Drohnenabdeckung kaum geschützt.
- Echte Durchbrüche bleiben für Russland weitgehend aus.
- Die ukrainische Verteidigung hat sich an die russische Angriffstaktik angepasst.
- Das Schlachtfeld im Donbas gilt als eines der technologisch am stärksten überwachten weltweit.
Drohnen als entscheidender Faktor im Stellungskrieg
Der Drohnenkrieg hat die Dynamik an der Front im Osten der Ukraine grundlegend verändert. Was früher mit Panzern und Infanterie in der Fläche ausgefochten wurde, ist heute ein präzisionsgesteuerter Abnutzungskrieg. Ukrainische Einheiten setzen Drohnen zur Aufklärung ebenso ein wie zur direkten Bekämpfung russischer Soldaten und Fahrzeuge.
Für die russischen Angreifer bedeutet das: Selbst kleine Truppenbewegungen sind kaum zu verbergen. Durchbruchsversuche, die früher durch schiere Truppenmasse möglich waren, scheitern heute immer öfter an der lückenlosen Überwachung. Die ukrainische Verteidigung nutzt diesen technologischen Vorteil konsequent aus.
Ausblick: Kramatorsk und Slowjansk bleiben das Ziel
Militärbeobachter gehen davon aus, dass Russland seinen Vormarsch in Richtung Kramatorsk und Slowjansk fortsetzen wird – allerdings langsam und über mehrere Monate hinweg. Ein schneller Kollaps der ukrainischen Verteidigungslinien ist derzeit nicht absehbar.
Die Lage im Donbas bleibt damit ein zermürbender Stellungskrieg, der beide Seiten stark belastet. Für Putin bedeutet das: Sein ambitionierter Zeitplan ist gescheitert. Für die Ukraine bleibt die Verteidigung des verbliebenen Donbas-Territoriums eine der größten militärischen Herausforderungen des Krieges – mit ungewissem Ausgang.
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