Hallervorden und „Schädlingsbekämpfung”: Nazi-Sprech im Wahlkampf?

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Dieses Video wurde am 18.08.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Im Wahlkampf zur Sachsen-Anhalt-Wahl sorgt ein TikTok-Video des Kabarettisten und Schauspielers Dieter Hallervorden für massive Empörung. Darin bezeichnet er die Nicht-Wahl der AfD als „Schädlingsbekämpfung” – ein Begriff mit einer schwer belasteten Geschichte im Nationalsozialismus. Die Kritik richtet sich nicht nur gegen Hallervorden selbst, sondern auch gegen die CDU, die ihn zuvor als Wahlkämpfer auf ihre Bühnen geholt hatte.

Hallervordens TikTok-Video und die Reaktionen

In dem viralen Clip erklärt Hallervorden, er sei „sehr erfolgreich in der Schädlingsbekämpfung” – und meint damit, die AfD nicht zu wählen. Der 1935 in Dessau geborene Künstler hatte noch im Juni gemeinsam mit dem sachsen-anhaltischen CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze vier Wahlkampfveranstaltungen bestritten. Nun tritt er alleine auf – und mit einer Wortwahl, die Kritiker scharf zurückweisen.

Kommentatoren verweisen darauf, dass Hallervorden als Künstler geschätzt wird, ihm politische Urteilsfähigkeit jedoch abgesprochen wird. Der eigentliche Skandal, so die Einschätzung, sei weniger das Video selbst, als die Tatsache, dass die CDU diesen Mann überhaupt als Wahlkämpfer engagiert habe. Jedes seiner Worte gehe auf die Rechnung der Partei.

„Schädling” – ein Begriff aus dem NS-Vokabular

Das Wort „Schädling” als politischer Kampfbegriff hat eine konkrete historische Herkunft. Im Nationalsozialismus wurde der Begriff „Volksschädling” genutzt, um Juden und politische Andersdenkende zu brandmarken. Adolf Hitler selbst verwendete ihn etwa 1936 im Zusammenhang mit dem sogenannten „Eintopfsonntag” – einer NS-Propaganda- und Spendenaktion.

Besonders schwer wiegt dabei ein weiterer Zusammenhang: Der Begriff „Schädlingsbekämpfung” ist sprachhistorisch direkt mit der Vergasung verknüpft. Das Tilgungsmittel, das zunächst gegen tierische Schädlinge eingesetzt wurde, lieferte den sprachlichen wie ideologischen Rahmen für den industriellen Massenmord im Holocaust. Kritiker betonen deshalb:

  • „Schädling” war ein zentrales Denunziationswort im NS-Regime
  • Der Begriff diente zur Entmenschlichung politischer Gegner und verfolgter Gruppen
  • „Schädlingsbekämpfung” ist sprachlich eng mit der Vergasung als Vernichtungsmethode verknüpft
  • Zur politischen Kultur gehöre es, solche Begriffe zu meiden – unabhängig von der eigenen Absicht

Dass Hallervorden, Jahrgang 1935, diese historischen Zusammenhänge kennen müsste, wird ausdrücklich betont. Erschwerend kommt hinzu, dass er 2008 in einem Interview einräumte, als Sechsjähriger Hitler als Vorbild gehabt zu haben.

CDU in der Verantwortung – und ein Polizeigewerkschafter sorgt für weiteren Wirbel

Die Debatte beschränkt sich nicht auf Hallervorden. Ebenfalls für Aufsehen sorgte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Sven Hüber. In einer hausinternen Publikation bezeichnete er einen möglichen Wahlsieg der AfD als drohende „Machtergreifung” und stellte die Remonstration – das Recht von Beamten, gegen Anordnungen Bedenken anzumelden – als „Mittel der Wahl” dar.

Kritiker sehen darin eine gefährliche Gleichsetzung eines demokratischen Wahlergebnisses mit dem Ende der Weimarer Republik. Zudem wird darauf hingewiesen: Wer demokratisch gewählte Parteien sprachlich in die Nähe des Nationalsozialismus rückt, legitimiere in letzter Konsequenz Widerstand – auch mit Gewalt.

Auch die SPD Sachsen-Anhalt gerät in die Kritik. Spitzenkandidat Armin Willingmann wirbt mit dem Slogan „Wir sind der Deich” – als Schutzwall gegen die „blaue Welle” der AfD. Damit werden AfD und ihre Wähler implizit als todbringende Flut dargestellt. Kommentatoren monieren, dass eine Partei, die auf AfD-Wähler angewiesen ist, diese nicht gleichzeitig als Bedrohung stilisieren könne.

Entmenschlichung als Wahlkampfstrategie – eine Einordnung

Die beschriebenen Fälle reihen sich nach Einschätzung von Beobachtern in ein breiteres Muster ein: Im Wahlkampf für Sachsen-Anhalt setzen Vertreter von CDU und SPD auf eine Sprache der Entmenschlichung des politischen Gegners. Statt inhaltlicher Angebote – etwa zu Wirtschaft, Energie, Migration oder Bildung – dominiert die Abgrenzung von der AfD den Diskurs.

Das Paradoxe daran: Wer politische Gegner mit NS-Begriffen gleichsetzt, verharmlose zugleich die historischen Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Analogie „AfD gleich Hitler” sei nicht nur historisch falsch – der Begriff „Machtergreifung” bezeichne die Abschaffung der Demokratie durch die Ermächtigungsgesetze, nicht eine reguläre Wahl –, sondern auch eine Verhöhnung der Millionen Opfer des NS-Regimes. Ob CDU, SPD oder Kulturprominenz: Der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt hat eine Eskalationsstufe erreicht, die weit über parteipolitische Taktik hinausgeht und grundlegende Fragen über den Zustand der politischen Kultur in Deutschland aufwirft.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (NIUS). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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