Israel-Präsident Herzog warnt vor globaler Terrorbedrohung
Israel-Präsident Jitzchak Herzog spricht über den vereitelten Flugzeug-Anschlag, den Iran, den 7. Oktober und seine Sorgen um Antisemitismus in Europa.
Dieses Video wurde am 07.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Drei Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober hat Israel-Präsident Jitzchak Herzog eindringlich vor einer wachsenden globalen Bedrohung durch islamistischen Terror gewarnt. Im Interview in seinem Amtssitz in Jerusalem bezeichnete er die Welt als am „Rand einer Katastrophe” – ausgelöst durch einen vereitelten Flugzeug-Anschlag, der nach Ansicht Herzogs exemplarisch für die Gefahr steht, die vom dschihadistischen Extremismus ausgeht. Der Staatspräsident forderte die internationale Gemeinschaft auf, entschlossen gegen den Iran vorzugehen und nicht länger wegzusehen.
Verhinderter Anschlag: Herzog spricht von Glück und Mut
Ein mutmaßlicher Terroranschlag auf ein Passagierflugzeug konnte in letzter Minute verhindert werden – und Herzog macht deutlich, wie knapp die Welt an einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist. „Wenn die Pläne dieses Terroristen verwirklicht worden wären, hätten wir eine Katastrophe erlebt, ähnlich wie nach dem 11. September“, sagte er.
Gerettet wurde das Flugzeug nach seinen Angaben durch den Mut mehrerer israelischer Passagiere, die Ersatzbesatzung an Bord sowie den Piloten. Herzog dankte zudem den Vereinigten Arabischen Emiraten für ihre zügige Ermittlungsarbeit und Saudi-Arabien für den würdevollen Umgang mit israelischen Geiseln, die anschließend nach Hause zurückkehren konnten.
Ob der Iran hinter dem Anschlagsversuch steckt, sei noch Gegenstand der Ermittlungen. Klar sei jedoch: Der mutmaßliche Täter sei von „dschihadistischer, extrem islamischer Rhetorik” beeinflusst worden – ein Phänomen, das die Welt dringend analysieren müsse.
Iran als Hauptfeind der freien Welt
Herzog nutzte das Interview, um eine unmissverständliche Botschaft an die internationale Gemeinschaft zu senden: Der Iran stelle eine Bedrohung für die globale Stabilität dar und müsse entschieden gestoppt werden.
- Der Iran verfolge eine dschihadistische Ideologie mit dem Ziel der Weltherrschaft.
- Er finanziere extremistische Kräfte wie die Hamas und deren Verbündete.
- Er betreibe gezielte Propaganda, um Antisemitismus weltweit zu schüren.
- Die internationale Gemeinschaft müsse ihren Kurs gegenüber Teheran grundlegend ändern.
„Die Welt muss standhaft bleiben und entschlossen handeln”, forderte Herzog. Er begrüßte dabei die kritischen Äußerungen des britischen Premierministers gegenüber dem Iran, kritisierte jedoch zugleich die britischen Sanktionen gegen Israel als „schwerwiegenden Fehler” und „politisch motivierte Einmischung”.
Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Schmerz und Widerstandskraft
Am dritten Jahrestag des Hamas-Massakers vom 7. Oktober – dem tödlichsten Angriff auf Juden seit dem Holocaust – sprach Herzog offen über die psychischen Wunden, die das Ereignis hinterlassen hat. „Wir bluten psychisch aus”, sagte er. Hunderttausende Israelis hätten Uniform angelegt, viele litten unter posttraumatischen Belastungsstörungen.
Der Präsident zeigte sich zugleich stolz auf die Resilienz seines Landes. Israels Wirtschaft boome, der Hightech-Sektor wachse, und das Land stehe mitten in einem demokratischen Wahlkampf mit 50 antretenden Parteien – ein „Fest der Demokratie”, wie er es nannte.
Zum Streit über ausgebliebene Untersuchungskommissionen und angebliche Vorwarnungen vor dem 7. Oktober an Premierminister Netanyahu äußerte sich Herzog bewusst zurückhaltend: „Ich überlasse es der israelischen Bevölkerung, sich dazu eine Meinung zu bilden.” Weniger als einen Monat vor den Wahlen am 27. Oktober wolle er sich nicht einmischen – und rief auch europäische Verbündete auf, sich aus dem israelischen Wahlkampf herauszuhalten.
Antisemitismus in Europa: „Ein großes Warnsignal”
Mit großer Sorge blickt Herzog auf politische Entwicklungen in Deutschland und Frankreich. Der Aufstieg sowohl rechtsextremer als auch linker Kräfte, die teilweise antisemitische Positionen vertreten oder das Existenzrecht Israels in Frage stellen, sei „äußerst beunruhigend”.
„Das Recht des jüdischen Volkes auf einen eigenen Nationalstaat ist für jede politische Kraft unbestreitbar”, betonte Herzog. Er vertraue auf das politische System Deutschlands und seinen Bundespräsidenten, wolle aber keine konkreten Parteien benennen. Klar sei: Antisemitismus sei ein „großes Warnsignal” – auch weil er gezielt von Feinden Israels, darunter dem Iran und der Hamas, mit finanziellen Mitteln befeuert werde.
Am Ende seines Appells richtete Herzog einen eindringlichen Aufruf an westliche Demokratien: Statt Zeit mit Streit über Israel zu verschwenden, solle die freie Welt gemeinsam gegen Terror, den Iran und seine Stellvertreter vorgehen. „Schließt euch uns an, um dieses Böse zu bekämpfen” – diese Botschaft formulierte der Staatspräsident als sein zentrales Anliegen zum Jahrestag des dunkelsten Tages in der jüngeren Geschichte seines Landes.
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