Saturday, 19. September 2026
DAX

Ölpreis fällt: Analyse zu Iran-Krieg und Zinsen

Der Ölpreis fällt den dritten Tag in Folge – trotz des Iran-Kriegs. Was das für Zinsen, KI-Aktien und den DAX bedeutet, erklärt Marktanalyst Jens Klatt.

Redaktion · 18. September 2026, 22:45 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 18.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Ölpreis fällt trotz des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten den dritten Tag in Folge – ein unerwartetes Signal an den Märkten. Haupttreiber ist die schrittweise Wiederherstellung der saudischen Exportkapazitäten: Die bei einem Drohnenangriff beschädigte Ostwest-Pipeline soll in den kommenden Tagen zunächst mit halber Kapazität wieder in Betrieb gehen. Der Preis für ein Barrel Rohöl (Brent) lag zuletzt rund 1,9 Prozent im Minus. Marktanalyst Jens Klatt von XTB ordnet die Lage ein und blickt auf Zinsentscheid, KI-Boom und DAX-Perspektiven.

Ölpreis: Rückkehr unter die 100-Dollar-Marke möglich

Über weite Teile des Jahres 2026 hat der Iran-Krieg die Ölpreise immer wieder nach oben getrieben – mit einem hartnäckigen Deckel im Bereich von 110 bis 112 US-Dollar je Barrel Brent. Aus dieser Spanne löst sich der Markt nun nach unten.

Mehrere Faktoren begünstigen die Entspannung: Neben der Reparatur der Ostwest-Pipeline öffnet sich auch die lange gesperrte Straße von Hormus schrittweise wieder für den Schiffsverkehr. Gleichzeitig dämpfen die monatelang hohen Energiepreise die globale Nachfrage spürbar.

Klatt hält es deshalb für „sehr realistisch”, dass der Ölpreis zeitnah wieder unter die 100-Dollar-Marke sinkt. Für die deutsche Industrie und europäische Verbraucher wäre das eine merkliche Entlastung nach Monaten des Preisdrucks.

US-Notenbank hebt Leitzins an – aber wie weit?

Die durch den Iran-Krieg angeheizte Inflation hat die US-Notenbank Fed dazu bewogen, erstmals seit Juli 2023 wieder den Leitzins anzuheben. Die entscheidende Frage lautet: Ist das der Auftakt eines neuen Zinserhöhungszyklus?

Klatt gibt sich skeptisch. Er rechnet zwar mit einem weiteren Zinsschritt im Dezember – dieser sei laut Markterwartungen bereits mit rund 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit eingepreist –, sieht danach aber kaum weiteren Spielraum nach oben. Entscheidend sei die Schmerzgrenze bei 5 Prozent Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen.

Sowohl Fed-Vertreter als auch Politiker dürften darauf drängen, dieses Niveau nicht dauerhaft zu überschreiten. Besonders auffällig: Kommentare von Donald Trump sowie von US-Finanzminister Bessent deuten darauf hin, dass die Politik Druck auf die formal unabhängige Notenbank ausüben wird, um weitere Zinsanhebungen zu verhindern.

  • Ein weiterer Zinsschritt im Dezember 2026 gilt als nahezu sicher
  • Die 5-Prozent-Marke bei US-Anleiherenditen gilt als kritische Schwelle
  • Politischer Druck aus Washington dürfte weitere Erhöhungen bremsen
  • Klatt erwartet danach eine Zinspause – keinen langen Anhebungszyklus

KI-Boom: Entschleunigung oder strukturelles Wachstum?

Auch das Thema künstliche Intelligenz bewegt die Märkte: Führende US-amerikanische KI-Konzerne haben sich öffentlich für eine verlangsamte Entwicklung ausgesprochen. Zugleich zeigen die jüngsten Quartalszahlen großer Technologieunternehmen, dass die sogenannten Capital Expenditures – also die Kapitalausgaben – massiv gestiegen sind, während die Umsatzausblicke die hohen Erwartungen nicht mehr erfüllten.

Klatt rät zwar zu etwas mehr Vorsicht bei Investments im KI-Sektor, bleibt aber grundsätzlich optimistisch. KI sei eine disruptive Technologie, die langfristig prägend bleiben werde. Die heute getätigten Investitionen würden sich seiner Einschätzung nach zeitnah auszahlen. Eine rasche, starke Entschleunigung des Booms hält er für unwahrscheinlich.

DAX-Ausblick: Über 26.000 Punkte zum Jahresende?

Für den DAX spielt KI eine vergleichsweise untergeordnete Rolle – dafür ist der Ölpreis umso relevanter. Fallende Energiekosten entlasten die exportorientierte deutsche Industrie direkt und könnten die Stimmung an der Frankfurter Börse heben.

Hinzu kommt ein möglicher fiskalischer Impuls: Sollte die neue Bundesregierung entsprechende Maßnahmen beschließen, könnte sich zum Jahresende ein saisonal günstiges Zeitfenster öffnen. Klatt hält es unter diesen Bedingungen für „gar nicht unrealistisch”, dass der DAX das Jahr 2026 oberhalb der 26.000-Punkte-Marke abschließt – eine optimistische, aber nicht unbegründete Prognose angesichts der sich langsam normalisierenden Lage im Nahen Osten.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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