Friday, 2. October 2026
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Anleiherenditen

Anleiherenditen auf 24-Jahreshoch: Iran-Krise treibt Ölpreis

Steigende Anleiherenditen in den USA und Frankreich, ein anziehender Ölpreis durch die Iran-Krise und ein schwächelnder DAX: Was Anleger jetzt wissen müssen.

Redaktion · 1. October 2026, 14:15 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 01.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die globalen Anleihemärkte stehen unter massivem Druck: Die Renditen zehnjähriger und dreißigjähriger US-Staatsanleihen kletterten auf neue 24-Jahreshochs von 5,34 % bzw. 5,68 %. Gleichzeitig treibt der Iran-Krieg den Ölpreis nach oben, was die Inflationssorgen verschärft und Europa besonders hart trifft. Der DAX fiel zwischenzeitlich unter die Marke von 25.000 Punkten. Marktanalyst Andreas Lipkа von CMC Markets ordnet die Entwicklungen ein.

Anleiherenditen auf höchstem Stand seit 2002

Für ähnliche Renditeniveaus wie heute muss man mehr als zwei Jahrzehnte zurückblicken. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte 5,34 %, der dreißigjährige Laufzeit sogar 5,68 % – Werte, die zuletzt im Jahr 2002 verzeichnet wurden.

Hintergrund ist eine Neubewertung des neutralen Zinsniveaus: In den vergangenen Jahrzehnten hatten Notenbanken den Anleihenmarkt durch massive Eingriffe geprägt. Dieser Einfluss löst sich nun auf, und die Märkte kehren zu einer Art Normalzustand zurück. Entscheidende Treiber sind dabei die hohe Staatsverschuldung, anhaltende Inflationssorgen sowie die geopolitischen Risiken infolge des Iran-Konflikts.

Investoren verlangen für langfristiges Kapital entsprechend höhere Risikoprämien – ein Mechanismus, der sich nun im Renditeanstieg widerspiegelt.

Iran-Krise und Ölpreis belasten Europa besonders stark

Der Ölpreis stieg am Handelstag um rund 1,76 % und bleibt damit auf erhöhtem Niveau. Solange die Notierungen für die Rohölsorte Brent Crude über der Marke von 100 US-Dollar verharren, wächst die Nervosität an den Märkten erheblich.

Für Europa ist die Situation besonders brisant, da die Energieabhängigkeit vom Nahen Osten deutlich ausgeprägter ist als in den USA. Steigende Energie- und Erdgaspreise schlagen sich direkt in den Endverbraucherpreisen nieder – im Logistik- wie im Dienstleistungsbereich. Die Folge ist eine klare Inflationstendenz, auf die die Europäische Zentralbank mit höheren Leitzinsen reagieren dürfte, was wiederum die Anleiherenditen weiter in die Höhe treibt.

  • Brent Crude überschreitet die 100-Dollar-Marke
  • Europäische Energieabhängigkeit vom Nahen Osten ist hoch
  • Steigende Energiepreise erhöhen Inflationsdruck in Europa
  • EZB könnte mit weiteren Zinserhöhungen reagieren
  • Höhere Leitzinsen befeuern den Anleiherendite-Anstieg zusätzlich

Frankreich unter Druck: Spread auf höchstem Stand seit 2012

Auch Frankreich gerät zunehmend ins Visier der Märkte. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen kletterte auf 4,96 % – den höchsten Stand seit Juli 2002. Der Spread zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen, ein wichtiger Indikator für die Risikowahrnehmung der Märkte, stieg auf 132 Basispunkte und erreichte damit den höchsten Wert seit Mai 2012.

Auslöser sind wachsende Sorgen um die Stabilität der französischen Staatsfinanzen. Die Regierung stellte ihren Haushaltsentwurf für 2027 vor, der unter anderem das Einfrieren der Gehälter im öffentlichen Dienst vorsieht. Diese Maßnahmen lösten landesweite Streiks und Proteste aus und schürten das Misstrauen der Anleihemärkte gegenüber Paris.

DAX und Ausblick: Alles hängt an den Quartalszahlen

Der DAX schloss den September mit einem Minus von 4 % ab und fiel zum Auftakt des neuen Quartals zeitweise unter die 25.000-Punkte-Marke. Der Leitindex konnte sich von den Tagestiefs jedoch wieder lösen und notierte zuletzt nur noch knapp im Minus.

Für die weitere Entwicklung kommt es laut Marktanalyst Lipkа entscheidend auf die Unternehmensgewinne an. Sollten die Quartalsergebnisse der DAX-Konzerne positiv ausfallen, könnte der Index glimpflich durch das Jahresende kommen. Bleiben die Erträge jedoch hinter den Erwartungen zurück, droht eine Umschichtung von Aktien in Anleihen – allein US-Staatsanleihen bieten derzeit mehr als 5 % Rendite.

Ein positives Signal kommt derweil aus dem Technologiesektor: Micron Technology meldete ein Rekordquartal mit einem verfünffachten Umsatz auf 54,2 Milliarden Dollar, getragen vom anhaltenden KI-Boom. Davon profitieren auch DAX-Werte wie Infineon, Hochtief und Siemens Energy, die an KI-Rechenzentren mitverdienen. Der Recovery Trade in der deutschen und europäischen Konjunktur gibt vielen Investoren vorerst noch Zuversicht.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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